Armstrong als Testpilot bei der NASA

     1961 fand die NASA Interesse an dem jungen Pilot, und 1962 wurde Neil Armstrong nach einem schwierigen Auswahlverfahren offiziell als Astronaut verpflichtet. Er reiste nach El Lago in Texas, wo er in der Nähe des Houston "NASA Manned Spacecraft Center" seine Astronautenausbildung erhielt.
     Zu dieser Zeit begann auch der legendäre Wettlauf zum Mond, der für US-Präsident John F. Kennedy zum gigantischen Imageprojekt gegen die Sowjetunion wurde.
     Als Testpilot flog er insgesamt 7-mal mit dem Raketenflugzeug X-15 zwischen dem 30.11.1960 und dem 26.07.1962. Er erreichte eine maximale Geschwindigkeit von der 5,74-fachen Schallgeschwindigkeit und eine maximale Höhe von mehr als 63 km.

Gemini 8

     Am 16. März 1966 startete Neil Armstrong seine erste Raumfahrtmission. Als Kommandeur der "Gemini 8" flog er mit David Scott einen Testflug zum erstmaligen Andocken an einen anderen Raumgleiter. Trotz Schwierigkeiten mit der Steuerung der Raumfähren nach dem Andocken und einer Notlandung im Pazifischen Ozean, war die Mission für alle Beteiligten ein voller Erfolg.
     1968 sprang er aus einer Höhe von nur 60 Metern mit dem Fallschirm ab, als sein Mondflugzeug während einer Übung abzustürzen drohte. Auf Grund seiner Ruhe in gefährlichen Situation war er der richtige Mann für den ungewissen und schwierigen Flug zum Mond.

Apollo 11

     Unter unbeschreiblicher Anteilnahme der Menschheit startete am 16. Juli 1969 die von Wernher von Braun entwickelte Dreistufenrakete Saturn V. zum Mond. Sie transportierte die 41 Tonnen schweren Module des Apollo-11 Raumschiffs, bestehend aus dem Mutterschiff "Columbia", dem Service-Modul und der Mondlandefähre "Eagle". Mit an Bord waren Kommandant Neil Armstrong, Modul Pilot Michael Collins und Navigator Edwin "Buzz" Aldrin. Über eine Milliarde Menschen beobachteten die folgenden Ereignisse Live im Fernsehen.
     Trotz einer Geschwindigkeit von 39.500 km/h, also 300 mal schneller als ein Auto auf der Autobahn, brauchten sie 3 Tage bis zum Mond.
     Nach ganzen fünf Tagen Flugzeit landeten sie am 20. Juli 1969, für uns war es bereits der 21.Juli 1969, auf dem Mond. Als das computergesteuerte Landeprogramm die Mondfähre 'Eagle' fast in einem Krater absetzte, führte Armstrong die Landung von Hand aus und lenkte die Mondfähre sicher in das 'Mare Tranquilitatis'. Wenn der Flug nur wenige Sekunden länger gedauert hätte, hätte man die Mission wegen Treibstoffmangels abbrechen müssen. Um 3:56 MEZ betrat Neil Armstrong mit den Worten "Das ist ein kleiner Schritt für ein Menschen - aber ein großer Sprung für die Menschheit" als erster Mensch den Mond. Wenig später folgte ihm Edwin Aldrin. Michael Collins steuerte während dieser Zeit das Mutterschiff "Columbia" um den Trabanten.
     Armstrong und Aldrin blieben 22 Stunden auf dem Mond und davon mehr als zwei Stunden außerhalb der Mondlandefähre in der Region des "Mare Tranquilitatis" (das heißt 'Meer der Ruhe'). Nach zahlreichen Experimenten und Studien auf der Mondoberfläche kehrten beide Astronauten mit mehreren Kilo Mondgestein zur Columbia zurück und traten am 21. Juli 1969 den Heimweg an.
     Nach weiteren sechs Tagen landete die Apollo-11 sicher im Pazifischen Ozean, wo sie vom Kriegsschiff U.S.S. Hornet aufgenommen wurden. Mit einer riesigen Parade durch New York wurden die Heimkehrer empfangen und wie Volkshelden gefeiert.

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Neil Armstrong im Cockpit der X-15
Die Gemini-8-Mannschaft

Die Gemini 8 Mannschaft:
Pilot David Scott (l.) und Kommandant Neil Armstrong

Die Apollo-11-Mannschaft

Die Apollo 11 Mannschaft (von links nach rechts):
Kommandant Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin 'Buzz' Aldrin